Veranstaltung

28. 6.
19:00 Uhr

Vernissage Sultan Virk „WOMAN Malerei“ und Lesung mit Hagen von Kornbach "Fremde Gärten"

SWITCH-Kultur

Die Bilder von Sultan Virk sind farbstark und erinnern mit ihren spontan wirkenden Figuren und comichaften Elementen an Erzeugnisse wie wir sie aus der Street Art kennen. Zeichen der Straße und der Stadt werden mit kulturellen Zeichen zu dynamischen wie komplexen, stets jedoch plakativen wie heiter wirkenden Bildwelten gemixt.

Der Künstler, Kind pakistanischer Einwanderer, spielt in seinen Arbeiten nicht nur mit kulturellen Zeichen und Codierungen, sondern befragt überkommene Rollenverständnisse- und -zuschreibungen. Wann ist ein Mann ein Mann? Und warum steckt im englischen Wort für „Frau“ eigentlich eine Kombination von beiden Geschlechtern? Eigene biografische Bezüge, aber auch etwa Inspirationen durch kulturelle Medien, Filme oder Bücher verwandeln sich in farbige Bilder. Bilder, die häufig den einengenden Bilderrahmen verlassen und performanceartig in den Alltagsraum wandern: auf Wände, Fenster, ja auch tattooartig auf Körper aufgebracht werden. Zwänge verwandeln sich in Freiheit. Ein farbstarkes wie befreites Universum, das Sultan Virk schafft.

Hagen Ksawery Maurits von Kornbach liest aus dem Buch „Fremde Gärten“: Die Herren Thebest, Arp, Kaufmann, Voß, Friedrich, Gessner, Schuster, Przezpolewski und die anderen Akteure dieses turbulenten schwulen Großstadtromans sind keine Engel. Sie streben nach Macht, Geld, Besitz und wollen Sex. Sie umgehen nicht nur Gesetze, sie verstoßen auch dagegen. Sie begehen Mandantenverrat, bereichern sich an fremdem Eigentum, betrügen und belügen sich gegenseitig und sind ständig bereit, ihre scheinbar unstillbaren sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihre Gier nach den Früchten in fremden Gärten kennt keine Grenzen. Zwei Männer leben seit Jahren auf engstem Raum miteinander ohne sich näher zu kommen, bis ihnen spontan eingeladene Gäste Sex, Lust und Leidenschaft ins Haus bringen. Sie beschließen zu heiraten, eine Hochzeitsfeier auszurichten und Gäste einzuladen.

Das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Gäste schafft eine knisternde Atmosphäre, der sich niemand  entziehen kann.  Im Verlaufe des Abends wird jeder mit jedem in Berührung kommen, auf sehr intime Weise und in wechselnden Begegnungen. Die frisch vermählten Herren Arp und Thebest bleiben zurück mit den Gästen, mit denen sie sich in der Nacht als letzte vergnügten und beschließen, zusammen zu leben wie es sich scheinbar zufällig ergeben hat.  Anschließend Autogrammstunde und Buchverkauf.

Der Autor ist 1948 auf einem Gut bei Posen als Sohn einer polnischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Studium in Berlin/DDR, Posen und Krakau. Ab Anfang der 1980er Jahre in der Friedensbewegung der DDR aktiv. Als seine Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, drängte man ihn 1985, die DDR zu verlassen. Ab 1986 leitete er ein Unternehmen mit Sitz in London, das sich mit der Regelung internationaler Angelegenheiten beschäftigte. Ende der 1990er Jahre zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und lebt bei Posen und bei Berlin. Er ist als Autor, Übersetzer und Fotograf tätig.

Die Ausstellung geht bis 26. August.